Interessante Wurzel als Beispiel für den Fokus auf Details für bessere Waldfotos

Bessere Waldfotos mit Fokus aufs Detail

Bessere Waldfotos sind ganz bestimmt eine Herausforderung. Zum einen sind sie technisch anspruchsvoll mit dem wenigen Licht und den hohen Kontrasten. Zum anderen findest du es vielleicht schwer ein Motiv zwischen all den Bäumen zu entdecken.

Bei den technischen Herausforderungen hilft dir der Blog-Artikel: Fotografieren im Wald – Herausforderungen meistern

Hier geht es ums Motive finden. Lass dich inspirieren.🧐

Bäume fotografieren

Als ein Freund und ich uns die Aufgabe stellten einen einzelnen Baum im Wald zu fotografieren, stellten wir schnell fest wie schwer uns das fiel.

Aus unseren Erfahrungen hab ich hier eine kleine Sammlung von Tipps und Tricks für dich. Am einfachsten ist es noch am Waldrand oder auf einer Lichtung.

Na klar sollte sich dein ausgewählter Baum von anderen Bäumen irgendwie unterscheiden, z.B. besonders klein und/oder jung sein. Kleine Bäume mit vielen Blättern stechen heraus, da von den großen Bäumen auf gleicher Höhe oft nur der Stamm zu sehen ist.

Aber auch auf eine ungewöhnliche Form (besonders knorrig oder breit) kannst du achten.

Wenn ein Baum eine andere Baumart ist als die Bäume drum herum (Birke oder Eiche zwischen Buchen z.B.), fällt er ganz sicher auf.

Oft hat er dann nicht nur eine andere Wuchsform, sondern zeigt im Frühjahr z.B. zeitiger frisches Grün und/oder färbt seine Blätter im Herbst anders.

Hast du schon einmal auf die Beziehung zwischen den Bäumen geachtet?

Vielleicht ist ein Baum umgestürzt und wird von den anderen gehalten? Ein ganz junger Baum wächst vielleicht aus den Überresten eines abgestorbenen Baumes oder er wächst im Schatten des ursprünglichen Baumes.

Diese Beziehung erzählen dir eine Geschichte und wirken dadurch  interessanter als einzelne Bäume.

Mit Schnee umrandetes Buchenblatt mit unscharfen Bäumen als Bokeh im Hintergrund

Einfacher allerdings als einen ganzen Baum oder eine Baumgruppe herauszuarbeiten ist es jedoch Teile eines Baums in den Fokus zu rücken.

Das kann ganz simpel ein einzelnes Blatt sein, oder ein einzelner Ast mit Blättern, der Stamm mit seiner Rindenstruktur, die Wurzel (siehe weiter unten) oder die Baumkrone.

Bessere Waldfotos durch kreative Kamerabewegung, hier 3 Bäume kreativ verwischt
Als wir keine einzelnen Bäume mehr suchen wollten, hatten wir Spaß bei kreativen Kamerabewegungen 😉 und auch das gab von den Bäumen ungewöhnliche bessere Waldfotos.

Dein Blick auf den Waldboden für bessere Waldfotos

Neulich war ich mit meinem Patenkind im Wald. Alle 5 Schritte musste ich stehen bleiben, weil Inka etwas entdeckt hatte.

Meist hatte sie etwas auf dem Waldboden gefunden. Dann erklärte ich ihr geduldig, dass Bucheckern essbar waren, aber die stachelige Hülle nur als Schutz der Eckern diente, bis diese reif wären.

Oder sie hatte diesen schwarzen Käfer entdeckt, einen Waldmistkäfer? Wir zählten die Beine. Beim Spinnennetz lernte sie dann, dass Käfer 6 und Spinnen 8 Beine haben.

Als mein Patenkind wieder abgereist war, schnappte ich mir die Kamera und ging mit einem ganz anderen Blick in den Wald.

Lass dich inspirieren von meinen Funden.

Wurzeln

Wurzeln haben einen großen symbolischen Charakter. Sie halten, erden, versorgen den Baum mit Wasser und Nährstoffen und sind oft bizarr geformt.

Da lohnt es sich drum herum zu gehen und nach unterschiedlichen Perspektiven zu schauen, z.B. auch auf Augenhöhe oder sogar von unten (Froschperspektive).

In dieser Collage habe ich tatsächlich Bilder von ein und derselben Wurzel zusammen gestellt.

Mein Patenkind hatte unglaublichen Spaß Gesichter von Waldschrat, Drachen oder Hexen zu finden. Aber zu Baumgesichtern gibt es ja schon einen Blog-Artikel.

Gerade bei Gesichtern ist es noch wichtiger auf das richtige Licht zu achten, damit die Betrachter deiner Bilder das Gesicht sofort sehen. Vielleicht versuchst du ja mal eine Langzeitbelichtung und hilfst mit einer Taschenlampe nach, wo das Licht fehlt.

Ganz sicher findest du Gesichter auch als Baumgesicht direkt an den Stämmen und nicht nur am Boden. Eine Fotoanleitung findest du in Blog-Artikel: Baumgesicht – Jeder Baum hat ein Gesicht.

Auch verwischen lassen sich Wurzeln mit etwas Übung sehr schön. Ich drehe dazu gerne am Zoom Objektiv während der Aufnahme. Die Anleitung dazu findest du in meinem Blog-Beitrag: Abstrakte Fotografie – “intentional camera movement (ICM)” 

Bessere Waldfotos durch kreative Kamerabewegung an Wurzeln

Manchmal beschützen die Wurzeln einen großen Baumes kleine Baumschößlinge oder auch schon ausgewachsene Exemplare junger Bäume.

Dazu kommen Moose, Farne, Efeu Ranken und vieles mehr, das du beim genaueren Hinschauen an Baumwurzeln findest.

Nahaufnahmen von Blüten, Pilzen, Farnen, Beeren und Insekten

Sobald du anfängst genauer auf den Waldboden zu schauen, machst du bessere Waldfotos, da dir die vielen unterschiedlichen Pflanzen, Pilze, Flechten und Krabbeltiere als Fotomotive auffallen.

Vielleicht spürst du sogar größere Tiere wie Mäuse, Salamander und Vögel auf (z.B. Amseln, Kleiber, Bachstelzen, Spechte). 

Aber auch interessante Blüten, Blätter und Früchte laden dazu ein, im Detail fotografiert zu werden.

Blätter und Früchte kannst du vom Boden aufheben und dorthin legen, wo es für dich am besten passt.

Springkrautblüte als Illustration für bessere Waldfotos durch Fokus auf Details
Blüte des kleinen Springkrautes 30mm, f/8

Hast du noch mehr entdeckt? Dann schreib es bitte unten in die Kommentare.

Kurzanleitung für das Fotografieren von Krabbeltieren im Wald.

1. Ich mache solche Fotos meist aus der Hand, da sich die Krabbeltiere in der Regel bewegen und ich ihnen so besser folgen kann. Deshalb ist mein Bildstabilisator eingeschaltet.

2. Wegen der generellen Dunkelheit im Wald stellst du hier am besten eine höhere ISO ein oder nutzt die Auto ISO Funktion. Viele moderne Kameras können mit hohen ISO Werten (also der an Filmmaterial angelehnten Lichtempfindlichkeit) sehr gut umgehen und produzieren nur wenig Bildrauschen.

Bei einem Krabbeltierfoto hast du in der Regel auch nicht mit zu hohen Kontrasten zu kämpfen und musst dir keine Gedanken über einen geringeren Dynamikumfang bei höheren ISO Zahlen machen.

3. Achte auf kurze Belichtungszeiten. 1/250 Sekunde ist ein guter Startpunkt. Wenn sich dein Insekt wenig oder gar nicht bewegt reicht auch 1/100 Sekunde. Diese bekommst du in der Regel bei weit geöffneter Blende auch in der Zeitautomatik.

4. Foto machen und Bildkontrolle!!! Die ist für bessere Waldfotos unerlässlich. Ist das Bild dort scharf, wo du es scharf haben wolltest? Stimmt die Schärfentiefe? Stört noch irgendetwas z.B. an den Bildrändern? Passt die Belichtung, d.h. sieht das Histogram gut aus?

Insekt am Baum als Beispiel für ein besseres Waldfoto aus schönem Detail
Schlupfwespe

Wenn es dir ernst ist mit dem Krabbeltiere fotografieren, dann schau auch in meinen Blog-Artikel: 7 Tipps für bessere Insektenfotos und komm in einen meiner online Makrokurse (Makrofotografie im Herbst oder Makrofotografie im Vorfrühling).

Der Weg ist das Ziel. Wege und Treppen können ein schönes Motiv bei deiner Waldwanderung werden. Gerade wenn ein Weg steinig oder von Wurzeln durchzogen ist, in die Höhe verläuft oder sogar aus Treppen besteht. Er gibt dem Betrachter das Gefühl unterwegs zu sein. Hier ist er zum Objekt geworden.

Als Führungslinie, der den Blick ins Licht oder in den dunklen Wald lenkt, dient dir der Weg als Gestaltungsmittel. Dabei bringt er gleichzeitig Tiefe ins Bild.

Dein Blick in die Höhe für bessere Waldfotos

Natürlich führt auch das Umgekehrte, also der Blick in die Höhe zu besseren und ungewöhnlicheren Waldfotos.

Hast du schon einmal Baumkronen fotografiert und mit mehreren nebeneinander stehenden Bäumen Muster in den Himmel gezaubert? Das hat zu jeder Jahreszeit seinen Reiz.

Im Winter hast du die Chance frostige Details da oben einzufangen, im Frühjahr scheint die Sonne vielleicht durch die Blätter noch durch und du bekommst ein leuchtenden Grün.

Im Sommer erkennst du dort oben nur die Form der Blätter, aber im Herbst bei tiefer stehender Sonne zeigen sich die schönen Herbstfarben.

Silhouette ins Bild hineinragend mit viel Raum für Interpretation

Auch als Silhouette, also ganz schwarz durch den hohen Kontrast zum Himmel, gefallen diese Bilder.

Das ist besonders an trüben Tagen eine Möglichkeit noch interessantere Waldfotos zu machen.

Was hat dich als Fotomotiv im Wald bisher begeistert? Hast Du vielleicht ganz was anderes als Motiv gewählt?

Poste ruhig dein bestes Detail- Waldfoto hier drunter als Inspiration.

Wie immer freue ich mich auch sehr über deine Erfahrungen mit dem einen oder anderen Tipp hier und auch deine Fragen beantworte ich dir gerne in den Kommentaren.

Die Kate

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15 Tipps für bessere Landschaftsfotos
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4 Kommentare zu „Bessere Waldfotos mit Fokus aufs Detail“

  1. Hallo Kate,

    danke für die vielen schönen Anregungen! Dein neuer Artikel macht wieder richtig Lust darauf, mit der Kamera in den Wald zu gehen! :-))

    Viele Grüße
    Greta

    Von Juni bis August im Wald zu finden:
    Blühender Roter Fingerhut (Digitalis purpurea), hier an einem Berghang im Teutoburger Wald.
    Schon ziemlich nah, aber wegen der vielen Brennnesseln ringsum nicht ganz aus der Nähe. 😉

    F 5.6, ISO 125, 1/100 s, 365 mm (KB).
    Kamera: FZ1000

    1. Liebe Greta,

      schön, dass der Artikel wieder Lust darauf gemacht hat in den Wald zu gehen. Durch die große Brennweite und offene Blende ist der Hintergrund schön unscharf geworden ist bei deinem Bild, obwohl du nicht dichter ran konntest. Danke für das Bild und die Anregung vielleicht noch nach Fingerhut Ausschau zu halten.

      Die Kate

  2. Ich bin so oft mit dem Makroobjektiv unterwegs, dass ich mich jetzt mal richtig zwingen musste das 16 – 50 raufzuschrauben und loszuziehen. Im Wald hat mich eine besondere Licht/Schatten Situation zu diesem Foto angeregt.
    ISO 50, 0,0 EV, Blende 2,8, 1/40 sec – SLT Kamera

    1. Hallo Ingrid,
      oh wie schön.

      Du hast es bestimmt nicht bereut, deine Komfortzone zu verlassen und dein Lieblingsobjektiv mal nicht zu benutzen.
      Auf den Baumstamm mit dem Schatten der Blätter schaut der Betrachter deinen Bildes sicher zuerst.

      Danke, dass du es hier geteilt hast.
      Die Kate

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