Moderne Kameras geben dir die Möglichkeit Doppelbelichtungen direkt in der Kamera zu erschaffen.
Damit eröffnen sich dir schier ungeahnte kreative Möglichkeiten.
Oft werden die ersten Bilder jedoch chaotisch und unübersichtlich. Mit einer einfachen symmetrischen Doppelbelichtung, wie der 180° Drehung, erzeugst du ungewöhnliche Landschaftsaufnahmen ohne dieses Problem.
Solltest du noch nie eine Doppelbelichtung in der Kamera gemacht haben, dann lies erst meinen Übersichtsartikel dazu:
1. Warum ausgerechnet 180°
1.1 Vereinfachung durch die Symmetrie
Symmetrien sind eine schöne Möglichkeit, eine Doppelbelichtung interessant zu machen, ohne sie zu überladen.
Wenn sich zwei unterschiedliche Bereich, z.B. Wiese und Himmel überlagern tun sie das in einem symmetrischen Bild immer an zwei Stellen. Abhängig vom Überlagerungsmodus entsteht dort nur Wiese, nur Himmel oder eine spannende Mischung.
In diesem Bild mit dem Blick von einer steinigen Bucht zur Landzunge, habe ich einen „Abdunkeln“ Modus gewählt und den Himmel komplett über die Landschaft gelegt. Dadurch verschwindet der Himmel aus meiner Doppelbelichtung. (Ist ja heller als die Landschaft.)
Dieses symmetrische Bild ist vereinfacht im Vergleich zu einer Doppelbelichtung ohne 180° Drehung. Dort hätten sich die dunklen Anteile des Himmels verstärkt und damit gäbe es einen unruhigen Himmel im Bild.
Aber noch etwas habe ich vereinfacht: Die Steine überlappen sich nicht, sondern bilden eine schöne Symmetrie.
1.2 Spannende Bildideen umsetzen
z.B. Landschaft gezielt verändern
- Einen Weg verlängern oder betonen
- Die Halbinsel mit Wasser von beiden Seiten zeigen
- Felsspalten betonen
- Den Betrachter irritieren und dazu veranlassen genauer hinzuschauen 😉
Spannende Formen als zusätzliche Dimension erzeugen
- Baumlinien
- Funktioniert z.B. mit der Zeitautomatik in der Regel recht gut.
- Gefahr von ausgebrannten Bereichen ist gering.
Farbspielereien
- Bunte Lichter symmetrisch verstärken
- Durch unterschiedlichen Weißabgleich, Tonung oder Belichtung interessante Gegensätze erzeugen
1.3 Ästhetik
Ästhetik ist sicher in den Bildideen schon mit enthalten. Da es manchmal aber beim Ausprobieren vor Ort einfach nur um Ästhetik gehen kann, habe ich es hier noch einmal als eigenen Punkt aufgeführt.
Symmetrien suggerieren Ordnung und das liebt unser Gehirn. Mich regen symmetrische Bilder, egal ob Spiegelungen oder Doppelbelichtungen, immer dazu an, die kleinen Unperfektheiten zu suchen und das Bild noch detaillierter zu entdecken.
Probier es aus und entdecke, wie die unterschiedlichen Überlagerungsmodi die recht langweilige Landschaft einer Baumreihe hinter einer Wiese in etwas abstrakt Symmetrisches verwandeln.
Verschiedene Überlagerungsmodi erzeugen ganz unterschiedliche Ästhetik
2. Schritt für Schritt Anleitung zur Doppelbelichtung mit 180° Drehung
1/4 Überlegungen vorab:
- Wo sollen sich die beiden Bilder begegnen?
- Welchen Überlagerungsmodus wähle ich? (Info dazu im Übersichtsartikel Mehrfachbelichtung.)
- Wo treffen dann dunkle Bereiche auf dunkle Bereiche? Das werden nachher die dominanten Bildanteile.
- Wo treffen helle auf helle Bereiche? Diese bleiben sehr hell und müssen deshalb gut ins Bild eingebaut werden.
- Wo treffen helle und dunkle Bereiche aufeinander? diese Bereiche werden im Durchschnittsmodus eher chaotisch.
- Möchtest du eine der beiden Aufnahmen anders gestalten? (Weißabgleich, Tonung oder Belichtung ändern?
- Wenn du in der Landschaft bist, achte auf die Lichtverhältnisse. Ich möchte, dass sie sich während der Aufnahme nicht ändern. Also darf die Sonne nicht hinter den Wolken oder einem Hochhaus verschwinden oder auftauchen 😉 Hättest du dran gedacht?
2/4 Kamera einstellen:
- Mehrfachbelichtung in der Kamera auf „An“ stellen, meist stelle ich auf Serie (damit ich mehrere Doppelbelichtungen ausprobieren kann, ohne dass die Kamera die Funktion „Mehrfachbelichtung“ abschaltet.
- Anzahl der Aufnahmen auf 2 stellen und den gewünschten Modus auswählen.
- Wenn deine Kamera das erlaubt, einstellen, dass alle Einzelbilder behalten werden.
- Gewünschte Brennweite, Blende und Belichtung einstellen. Manueller Modus, damit die Kamera keinen der Werte zw. den Bildern verändert.
- Fokussieren und den Autofokus abstellen.
Hast du noch Probleme mit der Technik oder den Überlagerungsmodi, dann schau in meinen Übersichtsartikel zur Mehrfachbelichtung:
3/4 Bilder aufnehmen:
- Ganz normales Foto machen, mit der Komposition, die du dir bei deinen Vorab-Überlegungen erarbeitet hast.
- Kamera um 180° drehen und erneut auslösen. Dabei darauf achten, dass du nicht am Zoom anfasst und evtl. die Brennweite veränderst. (oft genug passiert 🤣).
- Bild zusammenrechnen oder falls deine Kamera die Funktion hat: Bildkontrolle und evtl. 2. Bild wiederholen.
4/4 Bildbearbeitung (wirst du brauchen 🧐):
- Bildausschnitt wählen, Belichtung … anpassen.
- Ganz gezielt mit Masken arbeiten, um Bereiche, wie z.B. den Hintergrund, zu bearbeiten. Das hier auszuführen wird zuviel. Darauf gehe ich in meinen Kursen ganz individuell an deinem Bild näher ein.
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3. Beispiele zur Inspiration
Ich wünsche dir viel Spaß bei deinen Doppelbelichtungen mit 180° Drehung.
Hast du Fragen oder willst deine Erfahrungen mit uns teilen, dann schreib sie gerne hier drunter.
Hast du eigene Fotos mit Doppelbelichtung und 180° Drehung der Kamera gemacht, dann kommentiere gerne hier und lad dein Bild als Inspiration für andere hoch. Das Bild bitte auf 1200 Pixel lange Kante verkleinern.
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Mach dir dein eigenes Bild!
Die Kate
