Meine 6 besten Fotolocations in Südwestengland

Mein Fotomentor Karsten Kettermann und ich waren eine Woche im Südwesten von England unterwegs. Im Durchschnitt haben wir jeden Tag 200 km zurückgelegt und mindestens drei wunderschöne Fotosspots besucht. In diesem Blogbeitrag habe ich daraus die „Besten Fotolocations in Südwestengland“ für Dich zusammengestellt.

Fotolocations in Südwestengland Nr. 1:

Exmoor Nationalpark mit seinem weiten Blick über grün hügelige Landschaft und verteilt Schafe, Kühe und Exmoor-Ponys. Unser letzter Stopp heute und hauptsächlich in der Grafschaft Devon gelegen. Es wurde langsam Sonnenuntergang, so dass der Himmel mit seinem gelb und den grauen regenschweren Wolken Dramatik in diese Szene zauberte. Exmoor ist auf dieser Reise ein Ort geworden, an den sich sicher noch einmal zurückkehren werde. Wiederkommen, um schönere Fotos zu machen, weil ich technisch besser geworden bin. Wiederkommen, weil ich es mehr aufnehmen kann und nicht so überwältigt bin wie beim ersten Mal. Wiederkommen, aber auch um noch mal dort zu sein. Und bevor ich jetzt ins Schwärmen gerate hier ein paar Bilder aus dem Exmoor.

Reiseverlauf

Ich will Dir aber auch den Rest des Tages nicht vorenthalten. Vielleicht ist ja noch die eine oder andere Location für dich dabei:

Cheddar Gorge in beautiful sunny weather from the top with wide view

Wir starteten im Bristol mit einem Porridge in der Boston Tea Party, meinem Lieblingscafe. Kurzer Stopp am zweitgrößten Steinkreis von England (Stanton Drew) und weiter nach Cheddar. In Cheddar kann man den Einzigen in Cheddar gemachten Cheddar verkosten und seiner Herstellung zusehen. Wir haben uns jedoch auf einer ca. zwei Stunden Wanderung die wunderschöne Landschaft erschlossen. Nach einem Anstieg belohnte uns der Blick in die Schlucht mit Wald, Felsen, wilden Ziegen und Kletterern. Jede Menge Fotomöglichkeiten auch in die weite Landschaft drumrum. Durch den dramatischen Himmel sind unsere Fotos noch besser geworden. Auch wenn Cheddar nicht mein Highlight des Tages war (vielleicht, weil ich es schon kannte), ist es einen immer Ausflug wert. (Na, vielleicht nicht am Wochenende im Sommer, da es dann die meisten Touristen gibt.)

Es ging weiter nach Wells, wo meine Lieblingskathedrale steht. Wells ist die kleinste Stadt Englands. Die Kathedrale ist nicht nur von außen beeindruckend durch ihre Größe und ihre Skulpturenvielfalt. Sie ist genauso beeindruckend von innen durch ihre filigrane Architektur und eine einzigartige Atmosphäre. Wir haben noch schnell einen Blick in die am längsten durchgängig bewohnte Straße neben der Kathedrale geworfen und schon ging es weiter.

Unser Tag endete dann in Lynton, einem kleinen Hafenort an der Westküste Englands auf dem South West Coast Path. Sonnenuntergang überm Meer fotografieren und genießen geht immer.

 

Fotolocations in Südwestengland Nr. 2:

Valley of Rocks in Cornwall mit felsiger Küste im stürmischen Regengrau
Valley of Rocks

Heute hatte ich mein Highlight des Tages gleich beim ersten Stopp. Es ging zum Valley of Rocks und ich war überwältigt von der Landschaft.

Wir hatten strömenden Regen und es waren außer uns nur ein paar Wanderer unterwegs. Hier geht der South West Coast Path entlang, von dem ich ja dieses Jahr die Hälfte gewandert sein möchte.

Trotz Regen mussten wir hier aussteigen und zumindest hinein gelaufen sein. Nimm Dir Zeit zum Wandern, wenn Du hierher kommst. Es lohnt sich. Die raue Küste mit schroffen Felsen ist einfach überwältigend und in ihrer Art einzigartig.

Weiterer Reiseverlauf

Rauhe Steine und Felsen am Strand von Hartlad Quay mit charakteristischer Schichtung
Hartland Quay Beach bei Regen

Der nächste Fotostopp war Hartland Quay Beach. Für Dich vielleicht schöner noch als das Valley of Rocks. Ich gebe zu, daß es eine schwere Entscheidung zwischen diesen beiden sein kann. Auch der Wasserfall Spekes Mill Mouth, 1 Meile auf dem South West Coast Path Richtung Süden von Hartland Quay war es wert fotografiert zu werden. Ihr hatte meine Begleitung eindeutig die bessere Fotoperspektive, also Blümchen statt Gras nächstes Mal als Vordergrund.

Weiter nach Süden ging es und damit nach Cornwall. Sandymouth Beach war schön, kann aber für mich mit den anderen Fotostopps heute nicht mithalten.

Den Abschluss dieses absoluten Regentages bildete Tintagel mit Schloss und Merlin’s cave, die wir im Abendlicht noch genießen wollten. Auch hier verließ uns der strömende Regen nicht und eine Baustelle hinderte uns daran, das Schloss überhaupt zu betreten.

 

Fotolocations in Südwestengland Nr. 3:

Mein Highlight des dritten Tages war ganz klar das Bodmin Moor, obwohl es nicht an der Küste liegt. Es ist so abgeschieden, dass nur wenige Touristen sich hierher verirren. Ohne klare Wanderwege mit Steinen die mich ein bisschen an das Elbsandsteingebirge erinnern, fühle ich mich hier zu Hause.

Bodmin Moor mit Ponys

Man kann sich hier in Bodmin Moor leicht verfahren und wir haben den Weg zum Rough Tor nur schwer gefunden. Vom Parkplatz hast Du noch ungefähr eine Meile zu gehen, um oben auf dem Berg (na ja 400m überm Meeresspiegel) zu stehen. Auch hier hatten wir einen dramatischen Himmel mit abwechselnd Sonne und Wolken und Regenschauer. Meine Begleitung hat sich unglaublich gewundert dass es in einer so kargen Landschaft es so nass sein kann. Es ist ein wirklich ein Moor mit Binsen und anderen typischen Pflanzen.

Hier hatte ich die Möglichkeit ein Superweitwinkelobjektiv (10 bis 24mm)* an einer Nikon APS-C Kamera auszuprobieren und deshalb möchte ich Dir meine Landschaftsaufnahmen damit nicht vorenthalten. Gerade mit dem Superweitwinkel kann man diese Tiefe und Weite der Landschaft besonders gut hervorheben.

Reiseverlauf

In Port Isaac haben wir dann sehr gut Mittag gegessen und sind im Hafen Spazieren gegangen. Hier lagen die meisten Boote auf dem Trockenen. Das ist ein typischer Anblick bei Ebbe an der Westküste Englands wo der Unterschied zwischen Ebbe und Flut bis zu sieben Meter betragen kann. In meinem Beitrag über die Bedruthan Steps hab ich geschildert, dass es einen schönen Strand oder alles unter Wasser geben kann, je nach Wasserstand (link)

Die Bedruthan Steps waren diesmal nicht mein Highlight, da ich sie schon kannte. Trotzdem habe ich mich gefreut sie meiner Begleitung zeigen zu können und wieder viele schöne Fotos, diesmal mit Superweitwinkel machen zu können. Wir hatten Ebbe wodurch wir sehr weit in die Bucht hinein laufen konnten. Das ermöglichte mir mehrere Perspektiven, die mir vorher so nicht möglich waren.

Noch zwei Punkte standen auf dem Programm für heute: Newquay das Surfparadies, um die Surfer zu fotografieren und der Sonnenuntergang. Den haben wir in St. Ives fotografiert und zwar nicht im Hafen da die Sonne dort nicht hinein scheint, sondern ein Stückchen in der Nähe der Tate Galerie.

Fotolocations in Südwestengland Nr. 4:

Wollgras in Cornwall

Mein Highlight des vierten Tages mag etwas ungewöhnlich erscheinen, da es sich um das ländliche Cornwall abseits der Küste handelt. Was mir daran besonders gefällt ist die Einsamkeit. Das Wissen um die uralte Geschichte dieses Landstriches gibt ihm etwas mystisches. Dies zeigt sich besonders in den rund 4000 Jahre alten Steinkreisen von deren Bedeutung wir so gut wie nichts mehr wissen. Die Zinnminen, die über lange Zeit das Leben der Menschen in Cornwall bestimmt haben, sind die letzten Zeitzeugen eines kurzen Intermezzos der Industrialisierung, aber auch einer Tradition der Zinngewinnung seit der Bronzezeit. Das ländliche Cornwall ist erstaunlicherweise auch wieder hauptsächlich Moorgebiet und bietet Pflanzen wie dem Wollgras die richtigen Bedingungen. Hier eine kleine Galerie meine Lieblingsbilder:

Die weiteren Fotostopps dieses Tages waren eine Stippvisite am St. Michael’s Mount, ein Spaziergang durch die Lost garden of Heligan bei St. Austell und zum Schluss eine Stippvisite in Polperro einem wunderhübschen Hafenstädtchen, wo wir leider nicht genug Zeit hatten, den Anblick zu genießen, da es spät geworden war. Unsere Fahrt endete in Plymouth wo wir am Hafen den Tag ausklingen ließen.

Fotolocations in Südwestengland Nr. 5:

Mein Highlight heute ist Budleigh Salterton, ein Ort an dem ich schon einmal bei deutlich besserem Wetter war. Trotzdem hat er mich wieder in seinen Bann gezogen mit dem Ottertal, den Kiefern und dem tiefrotem Wasser. Sicher ein kleiner Geheimtipp, da selbst South West Coast Path Wanderer hier oft auf dem Weg nach Sidmouth nur durchlaufen, ohne es richtig zu genießen.

Ansonsten ging es heute zur englischen Rivera in Süddevon, die garantiert nicht mein Highlight ist. Es ist schon sehr gewöhnungsbedürftig die Spielautomaten und den Trubel auf einem englischen Pier zu erleben. Wenn Du mehr darüber wissen willst, dann schau doch in meinen Blogbeitrag. Die drei Städte die man hauptsächlich mit dem Namen englische Rivera verbindet sind Brixham, Paignton und Torquay. Während Brixham ein sehr schöner Fischerhafen ist, in dem beeindruckende Schiffe liegen, ist Paignton hauptsächlich Pier und Vergnügungsstätte.

Das kleine Dawlish mit seinen schwarzen Schwänen gefiel uns deutlich besser und nach einem besonders guten cream tea in der alten Mühle (The old mill) konnten wir am Strand ein Farbenschauspiel der besonderen Art erleben. Ein Gewitter färbte das Wasser in metallisches grüngelb und ließ die roten Felsen noch stärker leuchten. Uns ist es natülich nicht gelungen die Blitze einzufangen. Manchmal muß man auch als Fotograf die Natur nur genießen.

Nach einem kurzen Zwischenstopp in Exeter fuhren wir strotz strömendem Regen noch nach Budleigh Salterton. Leider war uns das Wetter hier auch nicht holt und die Fotos oben, sind auf einer anderen Wanderung entstanden.

Fotolocations in Südwestengland Nr. 6:

Heute ging es entlang der berühmten Jurassic Coast. Dieses Weltnaturerbe der englischen Küste hat geologisch Unglaubliches zu bieten. Mit jedem Schritt in Richtung Osten legst Du hier 100 Jahre geologische Geschichte zurück. Du bewegst dich durch die Erdzeitalter Trias, Jura und Kreidezeit von den älteren Gesteinsschichten zu den jüngeren. Da gibt es Fotospots noch und nöcher.

West Bay, Jurassic Coast, Dorset

Wir starteten mit roter Steilküste des Trias bei Budleigh Salterton, fahren durch Sidmouth und Seaton, stoppen kurz in Lyme Regis wo die Küste schon weiß-gelb ist und stoppen auch in West Bay mit leuchtend gelber Steilküste. Wenn Du Freude an Fossilien hast, hier lohnt es sich sie zu suchen und zu fotografieren. Nach nochmal etlichen Kilometern, dann endlich die Kreidefelsen in Dorset.

Das Highlight ist dann das weltberühmte Durdle Door mit klarem weißen Kalkstein. Durdle Door ist ein Torbogen im Meer, der natürlich im Gestein zur Eiszeit geformt wurde und in einem wunderschönen blauen Wasser liegt.

Warst Du auch schon in Südwestengland unterwegs? Was waren deine Highlights? Wie immer freue ich mich sehr über Kommentare und Fragen hier unter dem Beitrag. Eure Kate

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