Glaskugel for Welle im Sonnenlicht

Die besten Ideen für kreative Fotos mit der Glaskugel

Wie kam ich dazu mir eine Glaskugel anzuschaffen?

Lange bevor ich mich intensiv mit Fotografie beschäftigt habe, schoss ich mein erstes Glaskugel Foto.

Ein Straßenkünstler in der Bristoler Innenstadt jonglierte mit einer solchen. Irgendwann lag sie auf seine Hand und zeigte die umliegenden Gebäude auf dem Kopf.

Ganz fasziniert machte ich mehrere Fotos und stelle mir die Welt wieder richtig herum, indem ich das Bild auf den Kopf stellte. 

Jetzt sieht es so aus, als würde die Glaskugel an der Hand kleben und die Welt in sich einfangen.

Leider existiert dieses Bild nur noch in meiner Erinnerung. Und ein Ähnliches wartet darauf fotografiert zu werden. 😉

Was macht die Glaskugel eigentlich?

Die Welt auf den Kopf stellen

Die Glaskugel (auch oft aus dem engl. Lensball genannt) stellt die Welt für dich auf den Kopf. Dabei fängt sie einen sehr weiten Bereich der vor dir liegenden Landschaft in sich ein.

Oft ist dieser Landschaftsteil in der Kugel sogar viel größer als der Ausschnitt aus der Landschaft den dein Foto als Umgebung der Kugel zeigt. 

Warnung!!! Und es ist mir ernst: Eine Glaskugel ist wie eine Linse und bündelt das Sonnenlicht zu einem einzigen Punkt. Dann ist es so stark, dass es Gras entzünden kann 🔥 oder Haut und Augenlicht schädigt.

Deshalb!!! Bitte nicht in die Sonne schauen, beim Halten der Kugel in der Hand immer darauf achten, dass die Sonne nicht direkt reinscheint und die Kugel nicht unbeaufsichtigt irgendwo liegen lassen. (Wo gerade noch Schatten war, kann bald schon Licht sein 😉)

Wenn du schon eine Glaskugel hast, kannst du direkt zu den Ideen für kreative Glaskugelfotos springen.

Welche Glaskugel kaufe ich mir?

1. Die Größe

große Glaskugel vor einer Erle im Winter, die ihr Spiegelbild umgekehrt zeigt.
10 cm Glaskugel

Glaskugeln kommen in verschiedenen Größen z.b. 6, 8, 9 oder 10 cm. Meines Erachtens ist es gar nicht so wichtig, welche Größe du dir kaufst.

Kleinere Glaskugeln halten sich besser in den Händen. Das ist gerade bei meinen kleinen Händen ein großer Vorteil. Sie sind aber entweder kleiner auf deinem Foto oder du kannst nur einen kleineren Ausschnitt um sie herum zeigen.

Größere Glaskugeln nehmen mehr Platz im Bild ein und können dadurch manchmal schöner im Foto wirken. Dieser Vorteil wird mit einem ganz schönen Gewicht erkauft. Dadurch kann die Kugel schneller irgendwo wegrollen und kaputt gehen, ist schwerer in der Hand und ein ganz schönes Gewicht beim Wandern. 

Kleine Glaskugel vor einer Erle, die deren Spiegelbild zeigt
6 cm Glaskugel

2. Die Qualität

Beim Kauf einer Glaskugel solltest du darauf achten, dass es sich um eine Glaskugel für die Fotografie handelt.

Diese ist aus speziellem Glas und mit besonderer Sorgfalt gefertigt, damit es keine Einschlüsse in der Kugel oder Unebenheiten auf der Oberfläche gibt.

Glaskugeln gibt es nämlich auch für Dekorationszwecke in der Wohnung. Aber diese sind meist von geringerer Glasqualität.

3. Nützliches Zubehör

Ja, selbst für die Glaskugel-Fotografie ist es nützlich noch ein paar kleine Dinge zusätzlich dabei zu haben.

Ein Mikrofasertuch z.B. sorgt dafür, dass du die Kugel jederzeit putzen kannst. Staub und Fingerabdrücke sind schnell entfernt. Das ist wichtig, da du jede Verunreinigung der Oberfläche nachher in deinem Foto sehen wirst.

Ein Ständer, um deine Kugel sicher hinzustellen oder sogar auf einem Stativ befestigen zu können ist fast unerlässlich. Dadurch hast du viel mehr Möglichkeiten die Glaskugel zu platzieren ohne dass sie dir wegzurollen droht. Aus Glas ist er am wenigsten störend, finde ich.

Ein Beutelchen, am besten aus Microfaser Material ist praktisch, damit du beim Transport die Kugel nicht zerkratzt.

4. Meine Empfehlung

Die goldene Mitte bei der Größe, also 8-9 cm. Da sich Preise und Angebote ständig ändern, hier gleich 3 Marken, die ich allesamt empfehlen kann.

Meine kleine Glaskugel ist von Tensphy und sie kommt mit allem Zubehör gut verpackt und völlig makellos.

Auch meine 10 cm Glaskugel von Navaris ist makellos, kam aber ohne Beutel und in einer bröseligen Styroporverpackung. Wegen ihres Gewichts habe ich sie selten dabei.

Auch von Rollei kannst du bedenkenlos eine gute Glaskugel für die Fotografie erwerben. Sie kommt mit Tasche und Mikrofasertuch, aber ohne Ständer.

Wie du mit der Glaskugel am besten fotografierst

Das Wichtigste ist das Bild in der Kugel. Deshalb sollte das Bild im Inneren der Kugel immer scharf sein. Durch ihre runde Form wird dir aber richtige Schärfe nur in einem geringen Bereich gelingen. Mein Tipp: Fokussiere auf die Mitte der Glaskugel.

Oft schafft es dein Autofokus ohne Probleme dort zu fokussieren, aber wenn zu viele Details oder zu viele verschiedene Spiegelungen in der Glaskugel sind, dann fokussierst du besser manuell.

Das ist einfacher als du denkst. Lies mal meinen Blog-Artikel zum manuellen Fokus.

Spiegelung in einer Glaskugel am See mit Kieselsteinen, Schilf und Himmel als Beispiel für Spiegelungen in Glas
Glaskugel in der Hand gehalten zur blauen Stunde in Münster mit der Lambertikirche auf dem Kopf als Beispiel für Spiegelungen in Glas

Du brauchst kein spezielles Objektiv für die Fotografie mit der Glaskugel. 

Ich nutze sowohl Weitwinkel- als auch eine leichte Telebrennweite.

Du kannst mit der Glaskugel zu jeder Tageszeit und bei jedem Licht fotografieren. Dabei wirst du feststellen, dass es manchmal schwierig ist, das eigene Spiegelbild und unerwünschte zusätzliche Spiegelungen des Vordergrundes zu vermeiden. 

Hier veränderst du am besten die Perspektive, um Abhilfe zu schaffen (gehe in den Schatten, fotografiere von weiter unten oder oben, gehe etwas weiter weg …).

Trotzdem kannst du dir auch bei der Glaskugelfotografie das besondere Licht der goldenen und blauen Stunde zu nutze machen.

7 Ideen für kreative Fotos mit der Glaskugel

Idee Nr. 1 Fange etwas Großes in der Glaskugel ein

Große Objekte wie Aussichtstürme, Kirchen, imposante Villen, Bürogebäude, aber auch Bäume und Felsen sind in der Glaskugel gut zu erkennen und der “Hingucker”, wenn sie auf dem Kopf stehen. 

Oft zeigt nur das Bild in der Kugel das gesamte Objekt, während das reale geheimnisvoll nur als Ausschnitt zu sehen ist.

Idee Nr. 2 Spiele mit der Blende

Glaskugel auf Buhne mit Jacht im Hintergrund, die sich in der Glaskugel spiegelt. Strahlend blauer Himmel
6 cm Glaskugel auf Glasstand, der so in der Buhne versteckt ist, dass er die Kugel auf richtiger Höhe hält ohne selbst sichtbar zu sein

Wenn du sehr nahe an die Kugel heran gehst, wird der Hintergrund in der Regel unscharf. Diesen Effekt kannst du mit einer weit geöffneten Blende (kleine Blendenzahl) noch verstärken und bekommst bei Gegenlicht oder Lichtreflektionen ein schönes Bokeh. Dabei ist dein Objekt oder die Landschaft einzig in der Kugel gut zu erkennen.

Wenn du mehr von der Umgebung zeigen möchtest, dann gehst du etwas weiter weg. In Verbindung mit einer geschlossenen Blende, erscheint dein Objekt oder die Landschaft fast scharf und die Glaskugel ist eine schöne Ergänzung, indem sie diese(s) auf den Kopf stellet.

Idee Nr. 3 Spiele mit der Größe der Kugel im Bild

Ob die Kugel fast bildfüllend dominiert oder recht klein eine interessantes i-Tüpfelchen im Bild ist, hat wenig mit der eigentlichen Größe der Kugel zu tun.

Wichtiger sind die Entfernung und die eingesetzte Brennweite beim Fotografieren. 

Gehe nahe heran oder nutze eine große Brennweite, um die Kugel im Bild dominieren zu lassen. Oder gehe weiter weg und nutze eine kleine Brennweite, um sie in die Landschaft einzubetten.

Idee Nr. 4 Klemme die Kugel ein

Glaskugel eingeklemmt in zwei helle Zaunpfähle, die dann in der gleichen Schärfenebene liegen und somit noch scharf sind. Hier mit unscharfem Haus im Hintergrund

Die Glaskugel zwischen zwei Zaunpfähle einzuklemmen bewirkt, dass mehr als nur die Kugel und ein ganz geringer Bereich der Auflagefläche der Kugel scharf ist. 

Du kannst die Glaskugel natürlich auch in die  Astgabel eines Baumes legen. Fallen dir noch mehr Möglichkeiten ein, die Kugel einzuklemmen? Dann schreib es unten in die Kommentare.

Idee Nr. 5 Stelle das Bild auf den Kopf

Du kannst den Effekt der Glaskugel, die Welt auf den Kopf zu stellen natürlich auch umkehren. 

Dabei drehst du dein Bild einfach in der Bildbearbeitung um 180° und jetzt steht die Welt Kopf, während das Bild in der Kugel richtig herum erscheint.

Idee Nr. 6 Fotografiere Strukturen in der Glaskugel

Glaskugel for Welle im Sonnenlicht

Auch Strukturen oder ganz allgemein abstrakte Gegenstände wirken zusammen mit ihrem Spiegelbild in der Glaskugel ganz besonders. 

Hier ist es eine kleine Welle in einem See und wenn Du einen Sandstrand hast, kannst du die Kugel auch direkt ins Wasser legen.

Vielleicht probierst du mal Baumstrukturen oder interessante Felsmaserungen.

Idee Nr. 7 Nutze gerade Linien

Eine Grundregel in der Bildgestaltung ist die Drittelregel. Die kennst Du sicherlich aus meinen 15 Tipps für bessere Landschaftsfotos, die du bei der Anmeldung zu meinem Newsletter geschenkt bekommst.

Keine Regel ohne Ausnahme. In der Glaskugelfotografie ist es eine schöne Idee, den Horizont in die Mitte der Kugel zu legen. Dadurch ragt der Himmel in die Landschaft und es ergibt sich eine Symmetrie, die über das bloße Zeigen der Landschaft hinaus geht.

Das Bild in der Kugel erscheint aber nicht nur auf dem Kopf, sondern auch seitenverkehrt. Das  kannst du dir zu nutze machen und auch gerade senkrechte Linien durch die Mitte der Kugel laufen lassen. 

Aber auch ohne die Drittelregel zu brechen, kannst du gerade Linien durch die Mitte der Kugel laufen lassen, wie hier die Kante des Aussichtsturmes und erzielst eine viel stärkere Wirkung als ohne diese Symmetrie.

Wie immer freue ich mich sehr über Kommentare. Teile doch deine Erfahrungen mit der Glaskugel hier mit anderen. Auch deine Fragen beantworte ich dir gerne.

Ich wünsche viel Spaß beim Ausprobieren der Glaskugelfotografie und Freude an den entstandenen Bildern.

Die Kate

 

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1 Kommentar zu „Die besten Ideen für kreative Fotos mit der Glaskugel“

  1. Ich habe eine Glaskugel auf einen Spiegel gelegt, dahinter ein ipad mit einem früher aufgenommenen Bild positioniert, dann mit einer Taschenlampe ausgeleuchtet. Blende 2.8 bei 1/40 sec

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